
Mehr als eine halbe Million Frauen sterben jährlich in Zusammenhang mit Schwangerschaft oder Geburt, schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Bis zu zehn Millionen Kinder erleben jedes Jahr ihren fünften Geburtstag nicht. Die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben sich in den Millenniumsentwicklungszielen darauf festgelegt, die Kinder- und Müttersterblichkeit bis zum Jahr 2015 um 75 Prozent zu senken. Viele unserer Projekte und Programme haben zum Ziel, das Leben von Kindern und Müttern zu sichern und ihre Gesundheit zu fördern.
Kenia | Kijabe: Neugeborene schützen
Gesundheit von Mutter und Kind
In vielen Regionen Kenias ist die Gesundheitsversorgung sehr unzureichend. Dies führt u. a. zu einer hohen Neugeborenen und Müttersterblichkeit. Denn Schwangere haben oft nicht die Möglichkeit, zur Vorsorge oder zur Entbindung in eine Gesundheitsstation bzw. in ein Krankenhaus zu gehen. Der Mangel an Hygiene in den einfachen Hütten kann zu tödlichen Infektionen vor und nach der Geburt führen. Frühgeburten und Geburtskomplikationen, wie bspw. Sauerstoffmangel und Verletzungen sind häufig. Dazu kommt, dass viele Mütter gefährliche Krankheitsanzeichen ihrer Babys, wie Fieber, zu große Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit nicht erkennen können und keine medizinische Hilfe veranlassen.
Kijabe Newborn Community Health Project
Das AIC Kijabe Hospital (70 km nördlich der Hauptstadt Nairobi) ist ein bestens ausgestattetes medizinisches Zentrum. Aber in der ländlichen Umgebung Kijabes entbinden etwa 80 Prozent der Frauen zu Hause und nur sehr wenige werden von einer ausgebildeten Geburtshelferin unterstützt. Jede fünfte Frau ist bei der Geburt ganz auf sich allein gestellt. Um die hohe Säuglingssterblichkeit zu verringern und die Gesundheit der Mütter zu stärken, wurde im Juli 2008 das Kijabe Newborn Community Health Project begonnen, das seither vom Difäm unterstützt wird.
Was wird getan?
In den Dörfern werden Ehrenamtliche gesucht, die lernen, welche Gefahrenzeichen sie während der Schwangerschaft und bei Neugeborenen beachten müssen und auch, welche Traditionen die Gesundheit von Mutter und Kind gefährden. Sie geben dann ihr Wissen an viele Frauen und Männer in ihrer Umgebung weiter. Diese Freiwilligen erstellen gemeinsam mit den Frauen einen Geburtsplan, damit jede Frau weiß, was sie bei Einsetzen der Wehen bereit halten sollte, zum Beispiel:
• die Telefonnummer einer Person mit Auto und Geld für das Benzin,
• eine Tasche mit Einlagen, Handtuch, Handschuhen, einer sterilen Rasierklinge und einer Klemme.
Die freiwilligen Helfer achten auch auf rechtzeitige Impfungen der Babys. Die Projektverantwortlichen erarbeiten angepasste Trainingsmaterialien und bilden auch Ärzte, Krankenschwestern und ausgebildete Geburtshelferinnen weiter.
Was wurde bereits erreicht?
Bisher konnten fast 50 ehrenamtliche Helfer/- innen ausgebildet werden. Sie haben ihr Wissen schon an über 3000 Frauen und Männer weitergegeben Die Männer einzubeziehen ist sehr wichtig, denn sie treffen die meisten Entscheidungen in den Familien. Auch schwierige Themen müssen angesprochen werden, so zum Beispiel die weit verbreitete Vorstellung, dass eine Geburt eigentlich zu Hause stattfinden und die Frauen sie auch alleine bewältigen sollten.
Die Mütter werden auch ermutigt, lange zu stillen, obwohl besonders die Großmütter meinen, ein Kind werde von Muttermilch alleine nicht satt. Ein anderes Problem, das angesprochen wird, ist, dass viele Mädchen die Schule abbrechen und sehr jung heiraten. Manche bekommen schon mit 14 Jahren ihr erstes Kind. Dies führt oft zu Geburtskomplikationen und auch die mangelnde Schulbildung beeinträchtigt die jungen Frauen nachhaltig. Sie haben wenig gelernt und haben Schwierigkeiten, sich neues Wissen anzueignen.
Helfen Sie mit!
Sie möchten für dieses oder ähnliche Projekte für die Gesundheit von Mutter und Kind spenden? Sie können dies gerne durch eine Online-Spende oder per Überweisung tun. Wir danken Ihnen herzlich dafür!












