
Die Demokratische Republik Kongo – ein Land im Herzen Afrikas – wird seit Jahrzehnten von bewaffneten Konflikten erschüttert. Insbesondere der Osten des Landes kommt nicht zur Ruhe. Die Milizen kämpfen vor allem um die Kontrolle von Rohstoffen. Immer wieder fliehen tausende Menschen vor der extremen Gewalt, die von allen kämpfenden Parteien gegenüber der Zivilbevölkerung ausgeübt wird. Viele Frauen leiden extrem unter den zahllosen Vergewaltigungen, denen sie anhaltend ausgesetzt sind.
Partnerorganisation des Difäm ist die Eglise du Christ au Congo (ECC), Dachorganisation der protestantischen Kirchen im Kongo in der Region Süd Kivu. Sie koordiniert die medizinische Arbeit der Kirchen. ECC ist Träger von sieben Krankenhäusern, acht großen und 188 kleineren Gesundheitszentren sowie 93 Gesundheitsposten. Die ECC ist daneben verantwortlich für Zentren, die freiwillige HIV-Tests und Programme anbieten, um das Übertragungsrisiko des HI-Virus von der Mutter auf das Kind zu vermindern. Darüber hinaus unterhält ECC eine kirchliche Zentralapotheke.
Difäm unterstützt die Koordinationsarbeit der ECC und deren Projekte: die Begleitung der medizinischen Arbeit, Partnerbesuche und Beratung vor Ort, die Weiterbildung von Personal sowie die Unterstützung durch Projekthilfen. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Hilfe für Opfer sexueller Gewalt im Panzi-Hospital. Neben diesen Gesundheitsprogrammen im Osten des Kongo unterstützt das Difäm auch in anderen Teilen des Landes Projekte. Download Projektfaltblatt
Hilfe für Frauen im Ostkongo
Kleinkredite für vergewaltigte Frauen:
Mit der Vergabe von Mikrokrediten hilft die Organisation SHINDA/ Mamas for Africa im Auftrag des Panzi-Hospitals Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden. Ziel ist, sie wieder in die Dorfgemeinschaften zu integrieren. Mit den Mikrokrediten werden Einkommen schaffende Aktivitäten ermöglicht. Im Jahr 2011 konnte mithilfe der Difäm-Förderung viel erreicht werden:
- 54 Frauen aus drei Gruppen erhielten Mikrokredite im Wert von 5.300 US Dollar. Als diese nach sechs Monaten zurückgezahlt waren, erhielten 126 Frauen aus vier weiteren Gruppen 6.300 US Dollar.
- In Kalehe haben die Frauen darum gebeten, gemeinsam eine Mühle kaufen zu dürfen, anstatt individuelle Mikrokredite zu erhalten. Dieser Vorschlag wurde akzeptiert und die Mühle gekauft. Sie wird von den Frauen selbst verwaltet und der Gewinn untereinander aufgeteilt.
- Ein zweitägiges Seminar für die Leiterinnen von 10 „antennes“ (Frauengruppen) wurde durchgeführt, um die Frauen im Umgang mit Mikrokrediten zu schulen.
- Für eine bessere Gruppenzusammenarbeit wurden in den Gruppen, in denen es Probleme gab, neue Managementstrukturen eingeführt.
- Jeden Monat wurden die Frauengruppen von Leiterinnen besucht und aktuelle Themen besprochen.
- Alle vier Monate fanden Evaluationsbesuche durch die Projektleiterin RUDAHABA Rosalie NYAMUGUSHA statt.
Was die Kredite bewirken:
Die Kinder essen jeden Tag
"Ich bin verheiratet und habe acht Kinder. Mein Ehemann ist häufig krank. Mit den 50 Dollar Kredit habe ich Avocados eingekauft und sie an einem kleinen Straßenstand verkauft. Nach fünf Monaten konnte ich den Kredit vollständig abbezahlen. Ich habe in dieser Zeit rund 300 Dollar Gewinn gemacht. Das ist wunderbar und ich bin sehr dankbar. Jetzt können meine Kinder jeden Tag etwas essen und ich kann die Schulgebühren bezahlen. Dieser Kredit hat uns allen sehr geholfen. Demnächst werde ich einen Kredit von 100 Dollar aufnehmen und hoffe, dass alles weiterhin so erfolgreich läuft."
Mein Mann akzeptiert mich wieder
"Ich bin verheiratet und habe 12 Kinder. Nachdem ich misshandelt worden war, hatte mein Mann Angst, dass ich mit HIV infiziert sein könnte - er verließ mich. "Mamas for Africa" hat mir geholfen und mir medizinische Behandlung im Panzi-Hospital ermöglicht. Nach meiner Rückkehr hat mich mein Mann wieder akzeptiert und wir leben wieder zusammen. Mit den 50 Dollar Kredit habe ich 12 Avocadobäume gemietet und die Ernte verkauft. Jetzt können wir essen wie die Weißen, die Kinder gehen zur Schule und sind gesund. Ich habe nun schon zum dritten Mal einen Kredit erhalten und hoffe sehr, dass dieses Projekt weitergeht."
Im Panzi-Hospital wurde mir geholfen
"Ich bin verheiratet und habe sieben Kinder, vier von ihnen gehen zur Schule. Nach dem Überfall hatte ich starke Schmerzen und mein Mann wollte mich verlassen. Damals bin ich zur Leiterin der Frauengruppe gegangen und habe mich ihr anvertraut. Sie hat mir dann den Weg zum Panzi-Hospital ermöglicht. Sieben Tage blieb ich dort und habe für meine Behandlung und das Essen nichts bezahlen müssen. Sogar die Rückfahrt haben sie übernommen. Als mein Mann gesehen hat, dass es mir wieder gut ging, ist er bei mir geblieben. Der Kredit hat uns ermöglicht, dass wir nun auch genug zu essen haben und die Kinder die Schule besuchen können.
Meine Kinder können zur Schule gehen
"Ich habe 15 Kinder, drei von ihnen leben noch bei mir. Mein Mann ist vor fünf Jahren gestorben. Auch ich bin überfallen worden. In Kavuma wurde ich dann medizinisch versorgt. Mit dem Kredit habe ich Maniok-Mehl erworben und dann verkauft. Mit dem Gewinn kann ich nun meine Kinder gut versorgen: Wir haben genügend zu essen, sie gehen zur Schule und ich kann Hefte und Stifte kaufen. Ich habe nun schon zum zweiten Mal einen Kredit erhalten - diesmal sogar 100 Dollar.
Sie möchten für dieses oder ähnliche Projekte im Ostkongo spenden? Dies können Sie gerne über eine Online-Spende oder per Überweisung tun. Wir danken Ihnen herzlich dafür!














