
Mehr als 80 Prozent der Erkrankungen weltweit können ohne den Einbezug eines Krankenhauses und ohne den Einsatz technischer oder anderer spezialisierter Möglichkeiten behandelt werden.Viele der oft wiederkehrenden Erkrankungen – in den wirtschaftlich armen Ländern z. B. Malaria und Magen-Darm-Erkrankungen – können geschulte Laien, so genannte Dorfgesundheitshelfer/-innen, erkennen und die Behandlung in die Wege leiten. Der Schwerpunkt der Basisgesundheitsarbeit liegt im Bereich der Prävention. Durch Verbesserung der Hygiene, durch Einüben gesundheitsfördernder Lebensweisen und durch Verbesserung der Ernährung können viele Krankheiten vermieden werden. Die Förderung von Basisgesundheitsprogrammen ist dem Difäm ein wichtiges Anliegen. Das dahinter liegende Konzept von "Primary Health Care“ ist dem Difäm seit über 30 Jahren Orientierung.
Malawi | Probleme vor Ort lösen
Malawi ist ein kleiner, dicht besiedelter Binnenstaat in Südostafrika mit über 15 Millionen Einwohnern. Entsprechend dem Entwicklungsindex der Vereinten Nationen gehört Malawi zu den am wenigsten entwickelten Ländern (Rang 153 von 169 Ländern). Wirtschaftlich ist Malawi abhängig vom Tabakexport, der 60 bis 70 Prozent der Exporterlöse ausmacht. Klimatisch bedingte schlechte Ernten und schwankende Weltmarktpreise stellen ein hohes Risiko dar. 74 Prozent der Menschen haben weniger als 1, 25 Dollar pro Tag zur Verfügung. Die Krankheitslast ist hoch, besonders Malaria ist sehr verbreitet: Pro Jahr erkranken daran mindestens fünf Millionen Menschen, zur Hälfte sind dies Kinder. Die häufigsten Todesursachen sind Malaria und HIV & Aids (12 Prozent der Menschen im Alter von 15 - 49 Jahren sind HIV-positiv). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 52 Jahren. Die Gesundheitsversorgung der Menschen, vor allem in den ländlichen Gebieten, ist mangelhaft. Zwar ist für 85 Prozent der Einwohner Malawis der Weg zur nächsten Gesundheitseinrichtung kürzer als 10 km, aber hier gibt es oft kein qualifiziertes Personal und Medikamente fehlen. Die Gesundheitsarbeit der Kirchen deckt schätzungsweise 40 Prozent der Gesundheitsversorgung ab und wird von der Christian Health Association of Malawi (CHAM) getragen.
Difäm-Gesundheitsarbeit in Malawi
In Malawi geht das Difäm neue Wege, um das Gesundheitssystem zu stärken und dadurch die Gesundheitssituation der Menschen nachhaltig zu verbessern. In Kooperation mit der Christian Health Assiociation of Malawi (CHAM) wurde das Konzept für das ASSET-Projekt erarbeitet. Dieses Projekt setzt bei den „assets", d.h. den Stärken und Potentialen der Menschen in den Dörfern, an. Frauen, Männer und junge Leute werden aktiv einbezogen in die Analyse und in die Entwicklung eines Aktionsplanes zur Verbesserung ihrer Gesundheitssituation. Dieser Ansatz ist neu: „Bisher waren wir gewohnt, dass Organisationen von außen kommen, um etwas bei uns zu verbessern. Jetzt sehen wir, dass wir selbst viel dazu beitragen können, damit sich unsere Situation langfristig ändert", sagt eine Dorfbewohnerin. Neben der Förderung der Eigeninitiative geht es in diesem Projekt auch wesentlich darum, den Menschen eine Stimme zu verschaffen bei den Mitarbeitenden der Gesundheitsstationen und bei den Entscheidungsträgern auf Distriktebene, um von dort Unterstützung zu bekommen. Diese Verbindung der verschiedenen Ebenen des Gesundheitssystems herzustellen, ist eine wichtige Aufgabe des ASSET-Projektkoordinators. Lesen Sie mehr über den ASSET-Ansatz >
Projektstart im Ntchisi-Distrikt
Das ASSET-Projekt wurde im Ntchisi-Distrikt in Malawi begonnen: In zwölf Dörfern im Einzugsbereich zweier Gesundheitszentren haben die Menschen ihre Gesundheitssituation analysiert und begonnen, Wege der Verbesserung zu suchen. Als erstes wollen sie etwas für die Hygiene tun, „damit unsere Kinder gesünder aufwachsen und wir weniger mit Durchfall und Mangelernährung kämpfen müssen". Aber auch Malaria ist ein großes Problem: „Wir wissen, dass unsere Frauen und Kinder unter imprägnierten Moskitonetzen schlafen sollten, aber oft haben wir einfach keinen Zugang dazu."
Lesen Sie mehr über den Projektbeginn >
Was die Menschen in Malawi und wir einbringen können:
- Frauen und Kinder kommen regelmäßig zu den Impfkliniken. Wir sorgen dafür, dass jeder und jede ein imprägnierten Moskitonetz bekommt.
- Die Dorfbewohner bauen Toiletten für öffentliche Einrichtungen und Haushalte. Wir sorgen für Zement, damit die Toiletten auch die nächste Regenzeit überstehen.
- Die Dorfkomitees bestimmen mögliche Plätze, um Brunnen zu bohren und stellen die notwendigen Arbeitskräfte zur Verfügung. Wir finanzieren das Team, das Brunnen bohrt.
- Frauen, Männer und junge Leute engagieren sich in den Dorfgesundheitskomitees. Wir finanzieren ihre Aus- und Weiterbildung.
Helfen Sie uns, damit wir zu einer gesunden Entwicklung der Menschen im Ntchisi-Distrikt beitragen können. Sie möchten für dieses Basisgesundheitsprojekt spenden? Sie können dies gerne durch eine Online-Spende oder per Überweisung tun. Wir danken Ihnen sehr herzlich dafür!










