Das EPN-Netzwerk
Difäm-Arzneimittelhilfe hat tragende Rolle
Die Arzneimittelhilfe des Difäm ist Mitglied im Ökumenisch
Pharmazeutischen Netzwerk, Ecumenical Pharmaceutical Network. Dieses Netzwerk
hat eine bessere Vernetzung der pharmazeutischen Aktivitäten in überwiegend
afrikanischen Ländern zum Ziel und damit eine bessere Versorgung
der Menschen mit unentbehrlichen Medikamenten. Außerdem fordert
es die Kirchen auf, ihre Aufgabe in diesem Bereich zu erkennen. Seit Oktober
2002 ist Albert Petersen, Leiter der Arzneimittelhilfe des DIFÄM,
Vorstand dieses ökumenischen Netzwerkes.
http://www.epnetwork.org
Website des EPN
Entstehung des Ökumenisch Pharmazeutischen Netzwerk
Zu einer Besprechung pharmazeutischer Probleme in kirchlichen Gesundheitsdiensten
lud 1981 die Christian Medical Commission (CMC) des Ökumenischen
Rates der Kirchen ein, die vor allem auf Initiative des DIFÄM gegründet
worden war. Es kamen Vertreter kirchlicher Spendenorganisationen, Lieferanten
unentbehrlicher Medikamente und Organisationen aus Übersee, die die
Arzneimittelempfänger und Konsumenten vertraten. Ergänzt wurde
diese Gruppe durch Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation und des
Kinderhilfswerkes der Vereinten Nationen. Dieses pharmazeutische Beratungsgremium
trifft sich seitdem einmal jährlich in Genf. Die Fachleute diskutieren
dort die von Kirchen verantworteten pharmazeutischen Aktivitäten,
sie bereiten Strategien und Projekte vor und besprechen die Finanzierungsmöglichkeiten
mit den „Organisationen des Nordens“. Besonders wichtig ist
der Austausch von Erfahrungen, gerade mit Vertretern der in Genf ansässigen
UN-Organisationen.
Im Laufe der Zeit hat sich das Gremium immer mehr zu einem Ökumenisch
Pharmazeutischen Netzwerk (Ecumenical Pharmaceutical Network, EPN) entwickelt.
Dies geschah in fünf Phasen:
1982 – 1985: Identifizierung kirchlicher Programme, Erfahrungsaustausch
und Entwicklung von Projekten zur Förderung der Versorgung mit unentbehrlichen
Arzneimitteln.
1987 – 1991: Verstärkung der Vernetzung dieser Programme und
Förderung des WHO-Konzeptes „Unentbehrliche Arzneimittel“.
1992 – 1995: Konzentration auf Fragen der Verbraucher in wirtschaftlich
armen Ländern, um den vernünftigen Gebrauch von unentbehrlichen
Medikamenten zu verbessern. Aufbau einer stabilen Personalstruktur in
den einzelnen kirchlichen Programmen.
1996 – 2002: Fortsetzung der Arbeit der dritten Phase. Lobbyarbeit
für den Zugang zu günstigen und wirksamen Medikamenten für
alle mit globaler Perspektive: zum einen das Ziel des Basisgesundheitskonzeptes
und zum anderen das Streben nach Umsetzung des Menschenrechts auf Gesundheitsversorgung,
das eine Grundversorgung mit unentbehrlichen Arzneimitteln einschließt.
Ab 2002: Ausbau des Programms zu einem Netzwerk mit zunehmender direkter
Beteiligung der südlichen Partner, die immer mehr ihre eigenen Programme
entwickeln.
HIV/Aids-Bekämpfung als neuer Schwerpunkt
In den nächsten drei Jahren planen die Mitglieder des EPN gemeinsame
Projekte, besonders im Bereich HIV/Aids: Bei den Kirchenleitungen möchte
man ein Bewusstsein für eigene sofortige Kraftanstrengungen schaffen.
Darüber hinaus sollen Schulungsprogramme für Gesundheitspersonal
und Patienten durchgeführt werden, um eine sichere Grundlage für
den Gebrauch antiretroviraler Präparate zu schaffen. Notwendig ist
auch, politischen Druck auf die eigenen Regierungen in Süd und Nord
auszuüben, verbunden mit länderübergreifender Lobbyarbeit,
um die lebensrettenden Präparate zu akzeptablen Preisen verfügbar
zu machen. All dies soll durch Maßnahmen begleitet werden, die die
große Bedeutung der Prävention und das Überwinden des
Stigmas in den Vordergrund stellen.
Aufgaben und übergeordnete Ziele des Netzwerkes
Entwicklung gerechter und nachhaltiger Versorgungsstrukturen der kirchlichen
Gesundheitssysteme
Unterstützung von Gesundheitsversorgern auf allen Ebenen, um eine
Verbesserung der Politik, des Managements und des Verbrauchs von Arzneimitteln
zu erreichen. Dies soll insbesondere durch Gesundheitszentren oder Programme
innerhalb und außerhalb kirchlicher Strukturen geschehen.
Organisationsstruktur des EPN-Netzwerks:
Das internationale Netzwerk wird von einem Vorstand, der aus Mitgliedern
verschiedener Organisationen besteht, überwacht. Dieser tritt dreimal
im Jahr zur engeren Projektbegleitung mit der in Kenia ansässigen
EPN-Koordinatorin zusammen und nimmt den Arbeits- und Finanzbericht entgegen.
EPN-Länderstützpunkte, die sogenannten Country Focal Points,
gibt es inzwischen in vierzehn Ländern. Dort werden die Aktivitäten
eines jeden Landes koordiniert.
Mitgliedschaft
Die Mitgliedschaft beim EPN ist offen für christliche Gesundheitsorganisationen,
Beschaffungsstellen, kirchliche Gesundheitseinrichtungen, Lieferanten
kostengünstiger essentieller Medikamente und mit der Kirche verbundene
Spenderorganisationen. Auch Organisationen, die auf nationaler oder internationaler
Ebene die gleichen Ziele verfolgen, können Mitglied werden.
Wo ist die Verbindung zur Arzneimittelhilfe des Difäm?
Die Themen des Ökumenischen Pharmazeutischen Netzwerkes sind auch
Schwerpunkte in den Aktivitäten der Arzneimittelhilfe. Aus diesem
Grunde ist der Leiter der DIFÄM-Arzneimittelhilfe schon seit Beginn
Mitglied. Im Oktober 2002 wurde er in den Vorstand und vom Vorstand auch
gleich zum Vorsitzenden gewählt.
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